Archive for August 2012

Fuduntu (Linux)

26. August 2012

Da ich mit Ubuntu/LXDE Probleme auf meinem Samsung NC10 hatte (Helligkeit ließ sich nicht verstellen, Akkuanzeige zeigte durchweg 100%), will ich heute mal einen kleinen Erfahrungsbericht zu „Fuduntu“ abgeben (hat außer dem Namen nichts mit Ubuntu gemein):

Die Distribution ist ein Rolling Release und hat ihre Wurzeln bei Fedora. Das DVD-Image hat 900MB und bietet auch ein Live-Abspielen zum ausprobieren.
Dank Gnome2.32 und diversen Optimierungen ist die Distribution sehr gut für Netbooks geeignet (es wird mit 30% längerer Akkulaufzeit geworben). Die Vorraussetzungen sind 1Ghz,384MB RAM und 5GB Speicher.
Auf meinem Netbook kann ich das durchaus bestätigen:
Alles läuft wunderbar schnell und die CPU-Auslastung ist meist sehr niedrig. Auch die Bildschirmhelligkeit ließ sich hier verstellen und die Akkuanzeige ist schön. Sehr gefallen hat auch ein Symbol neben der Uhr mit dessen Hilfe man Dinge wie Auflösung, Bildschirme und Leistungsstufe einstellen kann.
Als Browser kommt Google Chrome zum Einsatz. Alles fühlt sich sehr flüssig an. – Ungewohnt wenn man vorher ein aktuelles Windows oder Ubuntu auf dem Netbook hatte. Angenehm ist auch die Applikationsleite, die an Mac OS erinnert.
Gewöhnungsbedürftig ist, dass man „beesu“ statt „sudo“ benutzt und der Paketmanager yum etwas anders tickt als dpkg oder apt.

Nun zu den Schattenseiten:
Als Entwickler sucht man in der spärlichen Auswahl häufiger nach passenden Paketen: Angefangen von den C++-Erweiterungen für gcc bis zu nicht-existenten Code::Blocks-Paketen. Netbeans mit C++ lässt sich nutzen, wenn man den Installer selbst herunterlädt. MonoDevelop ist noch in der 2er-Version und aus irgendeinem Grund war bei den Gtk-Komponenten zwar ein „File Chooser Widget“ aber kein „File Chooser Button“. Glade für Gnome-Oberflächen war (für mich) nicht zu finden.
Immerhin trifft man im der Distribution zugehörigen IRC-Channel auch echte Entwickler an. – Der, den ich gesprochen habe benutzt aber privat kein Linux und hat auf Arbeit RHEL. Meiner Meinung nach sollte ein Entwickler eben auch die Software benutzen, die er programmiert.

Als Fazit bleibt:
Für Leute die das Netbook zum Surfen, Mailen, Musik hören, Videos gucken und gelegentlichen Öffnen von OpenOffice-Dokumenten verwenden ist die Distribution ein Traum. Für Entwickler: Wenn man sich nicht gut mit Fedora-artigen Systemen auskennt, lieber Finger weg davon!
Auch wenn es langsam ist: Ich werde als Windows-Mensch wohl zu MINT wechseln mit dem Netbook und hoffen, dass es halbwegs schnell läuft. Dort dürfte die von Ubuntu bekannte reichhaltige Auswahl an Software bereitstehen und eine große Community hat das System ja schon. Die Hürden mit Fuduntu waren einfach zu hoch und die Community zu klein um sich von dort Hilfe bei Problemen erhoffen zu können.

KW 33

19. August 2012

fällt diesmal nochmal aus 😦

KW 32

12. August 2012

Diese Woche muss leider sehr kurz gehalten werden:

– MS Patchday steht bevor

– Curiosity ist gelandet und hat bunte Bilder vom Mars geschickt

– Olympia endet gerade und man kann festhalten:

  • Die öffentlich-rechtlichen Sender haben diesmal Streams bereitgestellt (und sich dabei in der Dimension der Abrufe verspekuliert)
  • die Kommentatoren haben häufig keine Ahnung von den Sportarten die kommentieren und eine Option ohne Kommentar wird bislang nicht offiziell angeboten
  • wir haben den geheimen, geforderten Medaillensatz (!!!) nicht erreicht – das soll Auswirkungen auf die künftige Verteilung der Mittel haben…

KW 31

5. August 2012

Software-News

kritische Sicherheitslücke (Root-Rechte) in Nvidia Linux-Treiber

Opera 12.01

neues OS X kämpft mit verschiedenen Bugs (hier und hier)

Visual Studio 2012 ab 15.8. für MSDN-Mitglieder veröffentlicht

neuerdings häufiger neue Linux-Kernelversionen…

Spieleplattform Steam für Linux mit erstem Testspiel schneller als unter Windows

neue PureBasic-Version (und Beta für Mac 64Bit)

 

Hardware-News

günstiger Allround-Programmer für ARM und AVR-Chips bei Reichelt

nächstes Arduino-like Bastelboard mit 32Bit-CPU: TI C2000 Launchpad

Tutorial zu Operationsverstärkern

Innenleben eines DTV-Tuners

Gerät zum Batterie-Lötfahnen anlöten

Erkennung, wo eine Bewegung herkommt – Dual-PIR!

Laser-Projektor mit Lautsprecher+Laserpointer+Arduino

Wie man Billig-PC-Lautsprecher verbessert

Mundgesteuerte Werkzeuge (vlt. für Behinderte interessant?)

 

Sonstiges mit technischem/netzpolitischem Hintergrund

Landung des Mars Rovers Curiosity steht unmittelbar bevor

3D-Drucker zur Waffenherstellung

Steve Wozniak druckt sein eigenes Geld

Chaos-Congress ab jetzt wieder in Hamburg

schöner Artikel über Algorithmen, die Musikern beim Schreiben von Songs helfen:
http://www.heise.de/tr/artikel/Die-Kunst-der-Algorithmen-1655092.html

 

Allgemein: Woche im RL

Kommentar (Wie ich die Nachrichtenwoche erlebt habe)

„Wann kommt endlich die erste Goldmedaille für Deutschland?“ – Diese häufig gestellte Frage von Medien war schon sehr nervtötend. Vor allem auch deshalb, weil unsere starken Disziplinen nie ganz zu Anfang kommen oder über mehrere Tage ausgespielt wird. Was weiter unangenehm auffiel war, dass nun häufig der „Video-Beweis“ eingefordert wurde was den Spielfluss und die Freude zuzuschauen gedämpft hat.
Positiv war hingegen die Gastfreundschaft der Engländer, die auch fleißig den Konkurenzsportlern geklatscht haben. Schön anzusehen war wie immer Beach-Volleyball oder auch Trampolin-Springen. Bei Sportarten wie dem Fechten hingegen, haben sich mir die Regeln nie wirklich erschlossen – es schien alles Ermessenssache des Schiedsrichters zu sein. Beim Judo war Putin mit im Publikum – er beherrscht einige Kampfsportarten, darunter Judo und trägt den schwarzen Gürtel. Wikipedia machte mir klar, dass es über dem schwarzen Gürtel noch rote gibt.

Außerhalb Olympias war wenig Neues zu vernehmen:
Griechenland, Spanien Blabla (das Übliche eben).
In Syrien werden Besucher verschleppt oder Promis medienwirksam getötet als Abschreckung.
Die russische Punkband Pussy Riot erwartet eine milde Strafe – zumindest sprachen sich dafür ihre Opfer (die staatsnahe Kirche und Putin) aus.
In Indien gab es einen sehr großen Stromausfall wegen Überlastung – betroffen waren über 600Mio Menschen.

Für eine Kontroverse sorgte die Entscheidung vom Innenminister die komplette Führungsriege der Bundespolizei auszutauschen – durch Ministerialbeamte und so, dass es die betreffenden Beamten durch die Presse erfuhren(?). Nachdem vor allem bei den Ermittlungen in der rechten Szene einiges schief lief, knirrschte es dort scheinbar ziemlich. Die Entscheidung wurde mit Problemen in der Zusammenarbeit begründet.
Nun droht uns aber die Situation eine weniger unabhängige (von der aktuellen Regierung unabhängige) Polizei zu haben. – Angesichts solcher Entscheidung überlege ich, eine Kategorie „Diese Woche müssen gehen“ einzufügen, die zeigt wessen Köpfe neuerdings aufgrund politischer Entscheidungen (und oft verausgegangenen kleineren Fehlgriffen) rollen.

In den Medien wird weiterhin der Touchscreen zum Abspielen von Animationen benutzt. Früher geschah so etwas in der Regie, heute vom Moderator. In der Anfangszeit haben wir ja häufiger verzweifelte Moderatoren gesehen, deren Text dann nicht zur fälschlicherweise abgespielten Animation passen wollte. Heute hat man das Problem erkannt und nutzt die Technik weniger exzessiv. Ich stelle fest: Die Moderatoren haben trainiert oder die Technik ist inzwischen ausgereifter, jedenfalls sieht man Probleme mit der Technik inzwischen selten.

Bei einem Gang durch die Staßen der Stadt fiel auf, dass „Internet-Café’s“ inzwischen immer mehr zu Cafés mit WLAN-Angebot wird. Vermutlich werden die typischen versifften und manchmal (Computer-)Virenverseuchten Surf-Buden bald ein Relikt der Vergangenheit sein.

Zum Schluss noch ein hoch politisches (meist emotionales geführtes) Thema:
Eine deutsche Ruderin ist mit einem bekannten Rechten liiert – obwohl sie selbst nicht aufgefallen ist, hat sie kurz vor ihrer Verbeamtung ihren Job bei der Polizei gekündigt und das Bekanntwerden schlug bei Olympia hohe Wellen. Scheinbar hat sie selbst aber auch Internetseiten mit rechten Inhalten besucht. – Meiner Meinung nach sollte aber auch hier die Unschuldsvermutung gelten – die Meldung lässt nämlich durchaus Raum für Spekulationen ob die Seiten selbst zum Beispiel nicht braun sind, aber zum Beispiel deren Betreiber. Anders sähe es hingegen aus, wenn bekannt würde, dass sie selbst eine entsprechende Gesinnung hat.
Ohne selbst rechtsgerichtet zu sein, finde ich, dass es in einem demokratischen Staat möglich sein muss, auch unpopuläre Gesinnungen (bei Wahlen zum Beispiel) zu ertragen – auch wenn sie noch so hirnverbrannt sind. Alles andere wäre eine „Wahl mit Kindersicherung“, man könnte auch „Ungleichbehandlung für die Gute Sache“ sagen.
Falls einmal Idioten an die Macht kommen, ist das kein Versagen des Staates sondern der Menschen, die in ihm leben (sofern keine „Bugs“ im Gesetz sind, die „Rootrechte“ verschaffen können). Und es wäre ein Armutszeugnis, wenn wir das nicht verhindern könnten ohne das Wahlsystem selektiv gegen den Einen oder für den Anderen zu manipulieren.
Darum halte ich von Parteiverboten etwa soviel wie von Internetsperren: Die Inhalte (und damit die Probleme) verschwinden damit nicht, sie sind nur nicht aus den Augen und dem Sinn der großen Öffentlichkeit. Viele Leute verstehen diese Problematik leider erst mit Slogans wie „Löschen statt Sperren“ oder garnicht.
Anderes Beispiel: Manch rechte Partei veranstaltet Jugendcamps oder Dorffeste. Sollte man diese verbieten? Nein, wie ich finde: Aber man sollte auf die Gefahren aufmerksam machen und vor allem entsprechende Gegenanreize schaffen. Die großen Volksparteien dürften dazu sogar genug Kapital haben, aber das einzige mir bekannte Volksfest, was von den Medien transportiert wird und politisch genutzt wird ist das Oktoberfest (von CSU und SPD).