Fuduntu (Linux)

Da ich mit Ubuntu/LXDE Probleme auf meinem Samsung NC10 hatte (Helligkeit ließ sich nicht verstellen, Akkuanzeige zeigte durchweg 100%), will ich heute mal einen kleinen Erfahrungsbericht zu “Fuduntu” abgeben (hat außer dem Namen nichts mit Ubuntu gemein):

Die Distribution ist ein Rolling Release und hat ihre Wurzeln bei Fedora. Das DVD-Image hat 900MB und bietet auch ein Live-Abspielen zum ausprobieren.
Dank Gnome2.32 und diversen Optimierungen ist die Distribution sehr gut für Netbooks geeignet (es wird mit 30% längerer Akkulaufzeit geworben). Die Vorraussetzungen sind 1Ghz,384MB RAM und 5GB Speicher.
Auf meinem Netbook kann ich das durchaus bestätigen:
Alles läuft wunderbar schnell und die CPU-Auslastung ist meist sehr niedrig. Auch die Bildschirmhelligkeit ließ sich hier verstellen und die Akkuanzeige ist schön. Sehr gefallen hat auch ein Symbol neben der Uhr mit dessen Hilfe man Dinge wie Auflösung, Bildschirme und Leistungsstufe einstellen kann.
Als Browser kommt Google Chrome zum Einsatz. Alles fühlt sich sehr flüssig an. – Ungewohnt wenn man vorher ein aktuelles Windows oder Ubuntu auf dem Netbook hatte. Angenehm ist auch die Applikationsleite, die an Mac OS erinnert.
Gewöhnungsbedürftig ist, dass man “beesu” statt “sudo” benutzt und der Paketmanager yum etwas anders tickt als dpkg oder apt.

Nun zu den Schattenseiten:
Als Entwickler sucht man in der spärlichen Auswahl häufiger nach passenden Paketen: Angefangen von den C++-Erweiterungen für gcc bis zu nicht-existenten Code::Blocks-Paketen. Netbeans mit C++ lässt sich nutzen, wenn man den Installer selbst herunterlädt. MonoDevelop ist noch in der 2er-Version und aus irgendeinem Grund war bei den Gtk-Komponenten zwar ein “File Chooser Widget” aber kein “File Chooser Button”. Glade für Gnome-Oberflächen war (für mich) nicht zu finden.
Immerhin trifft man im der Distribution zugehörigen IRC-Channel auch echte Entwickler an. – Der, den ich gesprochen habe benutzt aber privat kein Linux und hat auf Arbeit RHEL. Meiner Meinung nach sollte ein Entwickler eben auch die Software benutzen, die er programmiert.

Als Fazit bleibt:
Für Leute die das Netbook zum Surfen, Mailen, Musik hören, Videos gucken und gelegentlichen Öffnen von OpenOffice-Dokumenten verwenden ist die Distribution ein Traum. Für Entwickler: Wenn man sich nicht gut mit Fedora-artigen Systemen auskennt, lieber Finger weg davon!
Auch wenn es langsam ist: Ich werde als Windows-Mensch wohl zu MINT wechseln mit dem Netbook und hoffen, dass es halbwegs schnell läuft. Dort dürfte die von Ubuntu bekannte reichhaltige Auswahl an Software bereitstehen und eine große Community hat das System ja schon. Die Hürden mit Fuduntu waren einfach zu hoch und die Community zu klein um sich von dort Hilfe bei Problemen erhoffen zu können.

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